Trigger, Backe
Das Auslösen ist eine empfindliche Angelegenheit. Gerade im Wettkampf ist die Arbeit am Auslöser störanfällig, dabei reicht die Symptomatik von einzelnen Fehlhandlungen bis zum totalen Zusammenbruch des Bewegungsablaufes. Selbst Schützen, die im Training sauber vorgehen und konstant handeln, werden von Störungen betroffen. Je prekärer die Wettkampfphase, desto größer die Ausfälle. Um zu einem sauberen und konstanten Auslösen zu gelangen, bewährt es sich, mehrere Bereiche getrennt zu beachten:
1. Den Anschlag, also die Haltung von Unterarm, Handgelenk, Hand und Finger. Dazu gilt die Empfehlung, das Handgelenk gerade zu halten, den Abzugsfinger (in Höhe und Seite) parallel zum Lauf zu führen und die Fingerkuppe rechtwinklig zur Abzugszunge zu bringen. Grundsätzlich sollte die Hand- und Fingerhaltung der Abzugszunge angepasst werden.
2. Die Abzugszunge sollte sich senkrecht unter dem Lauf befinden, sie sollte rechtwinklig zur Laufachse und im Druckpunkt senkrecht stehen. Eine gerade Fläche mit Markierungsrillen ist Punkt- oder Bananenformen vorzuziehen.
3. Die Längs-Position der Zunge auf der Trägerschiene soll so gewählt werden, dass die Fingerkuppe im Druckpunkt gerade und senkrecht zur Laufachse nach hinten zieht.
4. Der Impuls soll gerade nach hinten verlaufen.
5. Neben dem Gefühl des Schützen sind SCATT-Aufzeichnungen die beste Methode, um die Präzision des Auslösens klar dazustellen.
6. Ein sauber eingestellter und auf den Schützen abgestimmter Abzugsme-chanismus ist Grundvoraussetzung für gutes Auslösen. Dabei sollten Anfänger und Fortgeschrittene genügend hohe Widerstände wählen (> 100 Gramm), um sich an saubere Kontaktaufnahme zu gewöhnen.
Etwa 50 % aller Schützen zieht völlig falsch ab, etwa indem der Druckpunkt überhaupt nicht angesteuert wird und indem der Finger nach dem Auslösen schnell wieder gestreckt wird. Dieser Anteil dürfte bei Meisterschaften noch höher liegen.Wer lange falsch ausgelöst hat, kann folgende Auswege probieren:
- Ohrenstöpsel helfen, die Reflexe beim Auslösen zu mindern.
- Eine längere Pause löscht Fehler und bietet einen Neuanfang.
- Wer mit der Pistole schießt, lernt zwangsläufig das Druckpunktnehmen und ein relativ sauberes Überwinden des Widerstandes.


